{short description of image}Zurück zur Startseite

Gut vorbereitet in das neue Gartenjahr - Die Winterfachberatung

Was macht der Kleingärtner eigentlich im Winter? Der Garten ist abgeerntet, empfindliche Pflanzen sind sorgsam mit Reisig abgedeckt, den Rest haben Frost und Schnee (soweit vorhanden) fest im Griff. Ab und zu einen Kontrollbesuch ob alles beim Rechten ist - viel mehr ist da nicht zu tun - oder doch?

{short description of image}

Es ist zu einer guten Tradition in unserem Bezirksverein geworden, genau in dieser Jahreszeit Fachberatungen anzubieten. Diese werden zu interessanten und wichtigen Themen der kleingärtnerischen Arbeit in den verschiedenen Vereinen durchgeführt.

Am 7. Februar 2009 waren die Fachberater in unserem Verein zu Gast. Unser Bezirksfachberater referierte in anschaulicher und verständlicher Weise zum Thema des Düngens und der Saatgutwahl.

Entsprechend der Zielsetzung der kleingärtnerischen Vereine wollen wir unsere gärtnerischen Aktivitäten im Einklang mit Natur und Umwelt durchführen, um so auch einen wirkungsvollen Beitrag für den Naturschutz und eine lebenswerte Umwelt zu leisten. Diesem Ziel entsprechend sind wir ausdrücklich zur Verwendung organischer Dünger gehalten, wobei auch hier die Devise gilt: viel hilft nicht viel - maßvolle, rechtzeitige Anwendung (ca. 6 Wochen vor Bepflanzung) sichert den Erfolg. Dabei wurde auch deutlich die Bedeutng von Kompost - das Gold des Kleingärtners - hingewiesen.

Trotzdem sind die Böden in unseren Kleingärten nach wie vor eher über- als unterdüngt. Die Fehler der Vegangenheit sind manchmal nur langsam zu korrigieren.

Von der Verwendung mineralischer Dünger oder gar Kalkstickstoff wurde klar abgeraten, da hierdurch die Bodenfauna total abgetötet wird. Einzige Ausnaheme: Bekämpfung von Bodenkrankheiten dann aber mit entsprechender fachlicher Beratung.

Da der Boden naturgemäß das Fundament des Gärtners ist, kam es im Verlauf der Beratung auch zu einer angeregten, aber sehr sachlich geführten, Diskussion zu diesem Thema. Dabei erfuhren wir unter anderem, daß die Verwendung von Gesteinsmehl aus Urgesteinen (Basalt, aber auch Lava) wichtige Spurenelemente in die Böden bringt, welche für etliche Gemüsepflanzen wichtig sind. Zum Beispiel bekommt Blumenkohl große weiße Köpfe, wenn Spuren von Molybdän im Boden sind. Genau diese liefern die Gesteinsmehle. Dabei kann man noch nicht einmal den Fehler der Überdüngung machen. Wichtig ist außerdem regelmäßig zumindest den pH-Wert des Bodens zu prüfen (bei den Böden im Siegerland sollte ph <= 6,5 sein). Aussagefähiger ist jedoch eine regelmäßige Bodenprobe durch die LUFA. Auf deren Internetseite findet sich auch eine detaillierte Anleitung zur Probenentnahme (Probenentnahmeanleitung Haus- und Kleingärten wählen). Unser Landesverband bietet, in Zusammenarbeit mit der LUFA, hierfür auch regelmäßig günstige Konditionen an.

Auch die Schädlingsbekämpfung kann naturnah ohne Einsatz von Giften erfolgen. Jeder Kleingärtner sollte sich vor Augen halten, daß er auch die Nützlinge wie Igel, Kröten, Singvögel usw. gern in seinem Garten zu Gast hat. Die kommen aber nicht, wenn er ihnen vorher das Futter kömplett vergiftet hat. Gegen Möhrenfliegen helfen z. B. Kulturnetze und den Kohlweißling kann man mit ausgeblasenen und auf Stöckchen gesteckten Eiern vom Weißkohl fern halten (den beim Verfaulen des restlichen Eiweißes entstehenden Schwefelwasserstoffgeruch mag der nämlich überhaupt nicht). Gegen Schnecken ist dagegen nur Absammeln wirkungsvoll.

Abschließend gab es noch ein paar Tips zur Saatgutwahl bzw. Saatgutkauf. Auch hier gilt Qualität ist besser als Quantität. Wer im Fachhandel geprüftes, F1-zertifiziertes Saatgut erwirbt, hat oft mehr Freude daran als bei Billigware vom Discounter. Natürlich spricht auch nichts dagegen Saatgut selbst aus Vorjahrespflanzen zu gewinnen.

Es war für alle ein sehr interessanter und lehrreicher Nachmittag. Dank des Engagements unserer Frauengruppe war dabei auch für das leibliche Wohl gesorgt.